Zum Inhalt springen
← Zurück zu den Studien
Studievector zero App

37 % der Unternehmen nutzen KI, meist kostenfrei und nur in einzelnen Bereichen

Der IW-Report 2025 untersucht auf Basis von 1.038 Unternehmen, wie weit Künstliche Intelligenz in der deutschen Wirtschaft verbreitet ist. Er zeigt eine gespaltene Wirtschaft: Große Unternehmen und Dienstleister nutzen KI häufig, kleine Unternehmen mehrheitlich noch gar nicht.

Institut der deutschen Wirtschaft Köln e. V. · 4. Juli 2025 · Zusammenfassung vom 2. September 2026

37 %
der befragten Unternehmen setzen Künstliche Intelligenz ein.
66,3 %
der Unternehmen ab 250 Beschäftigten nutzen KI, aber nur 35,6 % der Unternehmen bis 49 Beschäftigte.
2,2 %
der Unternehmen setzen KI in allen für sie relevanten Bereichen ein oder planen dies.

Die Ergebnisse

37 % der befragten Unternehmen setzen Künstliche Intelligenz ein, 59,8 % nutzen nach eigenen Angaben noch keine KI, nicht einmal kostenfreie Werkzeuge wie frei verfügbare Chatbots. Der Unterschied nach Unternehmensgröße ist erheblich: Große Unternehmen ab 250 Beschäftigten nutzen KI zu 66,3 %, mittlere Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten zu 56,1 %, Kleinst- und Kleinunternehmen bis 49 Beschäftigte nur zu 35,6 %. Mehr als 60 % der kleinen Unternehmen nutzen KI weder noch planen sie es. Die Autoren nennen das einen alarmierenden Umstand, weil damit ein sehr großer Teil des Mittelstands derzeit nicht vom KI-Potenzial profitiert.

Auch zwischen den Branchen liegen die Quoten weit auseinander. Unternehmensnahe Dienstleister nutzen KI zu 55,4 %, Maschinenbau, Elektroindustrie und Fahrzeugbau zu 39,9 %, die chemische und pharmazeutische Industrie zu 34,6 %. Deutlich seltener setzen die Bauwirtschaft (21,9 %) sowie Großhandel und Logistik (24,1 %) KI ein. Innovative Unternehmen nutzen KI mit 47,1 % mehr als doppelt so häufig wie Nicht-Innovatoren (22,3 %).

Bezeichnend ist die Art der Beschaffung. 29,3 % aller Unternehmen setzen kostenfreie KI-Werkzeuge ein, nur 13,0 % erwerben KI-Anwendungen von anderen Unternehmen („AI as a service“), lediglich 3,6 % entwickeln KI selbst. Unter den großen Unternehmen entwickeln 14,5 % eigene Verfahren. Der Einsatz bleibt zudem punktuell: Nur 2,2 % der Unternehmen setzen KI in allen für sie relevanten Bereichen ein oder planen dies. Am häufigsten kommt KI in der Produktion und Dienstleistungserstellung (45,5 % der KI-Nutzer) zum Einsatz, gefolgt von IT (37,0 %), Marketing (35,2 %), Vertrieb (29,3 %) und Management (26,8 %). Personalwesen (7,6 %) und Logistik (4,9 %) liegen weit dahinter.

Inhaltlich dominiert generative KI. 64,4 % der KI-nutzenden Unternehmen setzen generative KI oder Sprachverarbeitung ein, kleine Unternehmen mit 65,5 % sogar leicht häufiger als der Durchschnitt. Sprach- und Bilderkennung (29,6 %), Datenanalyse und Vorhersagemodelle (21,9 %), Empfehlungssysteme (6,4 %) sowie Automatisierung und Robotik (5,9 %) sind deutlich seltener. Als Ziele nennen 84,5 % der Unternehmen die Entlastung von Routinearbeiten, 70,1 % die Unterstützung bei komplexen Aufgaben, 64,6 % Qualitätsverbesserungen und 37,3 % die Abfederung des Fachkräftemangels.

Wie die Studie entstanden ist

Der Report wertet Welle 49 des IW-Zukunftspanels aus, einer regelmäßigen, repräsentativen Unternehmensbefragung des Instituts der deutschen Wirtschaft. Befragt werden Geschäftsführende, Vorstände oder Leitende der Strategieabteilungen in Unternehmen der Industrie und der industrienahen Dienstleistungen. Insgesamt 1.038 Unternehmen haben die Fragen zur KI-Nutzung zwischen dem 16. Oktober und dem 5. Dezember 2024 beantwortet. Bei 970 dieser Unternehmen war eine Zuordnung zu einer Größenklasse möglich, weshalb der Gesamtwert kein gewichteter Durchschnitt der Größenklassen ist. Die Angaben zu Unternehmensbereichen und Anwendungsgebieten beruhen auf den Teilgruppen der KI-nutzenden Unternehmen (428 beziehungsweise 445 Unternehmen).

Die Autoren weisen darauf hin, dass die tatsächliche Nutzung höher liegen kann, weil Beschäftigte KI-Dienste oft eigenständig verwenden, ohne dass dies im Unternehmen offiziell erfasst ist, und dass die Angabe „kostenfreie Tools“ nichts über die Breite der Nutzung im Unternehmen aussagt. Der Report von Barbara Engels, Marc Scheufen und Edgar Schmitz ist am 4. Juli 2025 in Köln erschienen.

Was das für den Mittelstand heißt

Die IW-Zahlen bilden den industriellen Mittelstand ab, also Industrie und industrienahe Dienstleistungen. Dort ist KI in kleinen Unternehmen die Ausnahme, und wo sie genutzt wird, geschieht das meist mit kostenfreien Werkzeugen einzelner Mitarbeitender. Die Autoren werten das als Zeichen einer bislang oberflächlichen Nutzung: Kostenfreie Tools und eingekaufte Dienste eignen sich, um erste Erfahrungen zu sammeln; das volle Potenzial erschließt sich erst mit Lösungen, die an die eigenen Prozesse angepasst sind und bereichsübergreifend eingesetzt werden.

Für einen mittelständischen Betrieb ergeben sich daraus zwei Fragen. Die erste ist die nach dem Einstieg überhaupt: Mehr als die Hälfte der Bau-, Großhandels- und Logistikunternehmen plant nach eigenen Angaben auch künftig keinen KI-Einsatz, obwohl der Report gerade dort konkrete Anwendungen wie Routenplanung, Lageroptimierung oder Fehlererkennung auf Baustellen nennt. Die zweite ist die nach dem Weg von der punktuellen zur systematischen Nutzung, also von einzelnen Chatbot-Konten hin zu geregelten Prozessen mit klaren Anwendungsfällen, Datenregeln und geschulten Beschäftigten.

Der Report empfiehlt der Politik unter anderem Anreize für betriebliche KI-Weiterbildung und eine zentrale Anlaufstelle für den Mittelstand; als Schlüssel für eine erfolgreiche Nutzung nennt er die Kenntnisse der Menschen im Unternehmen. Die vector zero App und ihre Sprachmodelle laufen in deutschen Rechenzentren, und die Schulungen unter /learn erfüllen die Kompetenzpflicht nach Artikel 4 des EU AI Act. Wie der Betrieb technisch abgesichert ist, beschreibt die Seite zur Sicherheit.

Quelle

Institut der deutschen Wirtschaft Köln e. V.: Barbara Engels, Marc Scheufen, Edgar Schmitz, „Wettbewerbsfaktor Künstliche Intelligenz. Empirische Befunde und Handlungsempfehlungen zum Einsatz von KI in deutschen Unternehmen“, IW-Report, Köln, 4. Juli 2025. Abrufbar als PDF bei iwkoeln.de.

Die vector zero App beantwortet Fragen aus Ihren Dokumenten.

Jede Antwort mit Quellenangabe, Betrieb in deutschen Rechenzentren, 14 Tage kostenlos testen.

Zur Plattform